Aufgaben der Bundesvereinigung

Die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz wurde 1990 als Zusammenschluss von betroffenen Opfern gegründet, die die NS-Militärjustiz überlebt hatten. Der eingetragene Verein hat den Zweck, bundesweit für die gesellschaftliche Rehabilitierung, die materielle Entschädigung, die Erinnerung und Würdigung der Opfer der Militärjustiz unter dem Nationalsozialismus einzutreten.

Ludwig Baumann
Ludwig Baumann, im Jahr 2007 (© kappa photo, Berlin)

Der ehrenamtliche Vorstand der Bundesvereinigung, dem Ludwig Baumann (Bremen) bis zu seinem Tod 2018 vorsaß, der wissenschaftliche Beirat, dessen Vorsitz bis 1990-2011 Prof. Dr. Manfred Messerschmidt (Freiburg) innehatte, und die Mitglieder der Bundesvereinigung engagieren sich für die vorstehend genannten Ziele. Seit 2024 ist Prof. Dr. Detlef Garbe (Hamburg) Sprecher des Beirats, 2012 bis 2023 war Professor Dr. Wette (Freiburg) Vorsitzender, Prof. Dr. Messerschmidt von 2012-2022 Ehrenvorsitzender. 

1998 wurde die rechtliche Rehabilitierung der Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer erreicht, im Jahr 2002 die pauschale Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure.* Der Deutsche Bundestag hat am 8. September 2009 auch die wegen „Kriegsverrat“ verurteilten Opfer der NS-Wehrmachtjustiz pauschal rehabilitiert.**

* vgl. Wette in ZfG 2004 · ** vgl. BT-Protokoll, TOP 3, S. 26362–26368; Beschlussempfehlung; Protokoll der Anhörung vom 5. Mai 2008; Buchtipp „Kriegsverrat“.

Bei aller Zufriedenheit über diese – freilich viel zu späte – Aufhebung des Unrechts der Wehrmachtjustiz bleiben für die Bundesvereinigung folgende Aufgaben:

  • Weitere wissenschaftliche Aufarbeitung des Unrechtscharakters der Wehrmachtjustiz, insbesondere biografische Studien zu Opfern und Tätern
  • Archivierung und Dokumentation des Kampfes für Rehabilitierung; Beiträge, die zu Friedensengagement ermutigen
  • Einfordern eines würdigen Gedenkens der Opfer der NS-Militärjustiz im Rahmen staatlicher Erinnerungskultur
  • Gewährleistung von Information und Beratung für noch lebende NS-Opfer und deren Angehörige

Zur Begründung im Einzelnen · Kurzinformation/Flyer zum Download: Deutsch / Englisch

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